Declaration_of_conformity
Die Risikobeurteilung für elektrische Steuerungen ist ein gesetzlich vorgeschriebener Prozess (gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG bzw. ab 2027 Maschinenverordnung EU 2023/1230), um Gefährdungen wie Körperdurchströmung, Kurzschlüsse oder Ausfälle der Steuerungsfunktion zu identifizieren, zu bewerten und durch Schutzmaßnahmen (z. B. nach EN ISO 12100, EN 60204-1) zu minimieren.
Die Maschinenrichtlinie fordert die Ermittlung von Sicherheitsanforderungen, wobei die Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) für elektrische Betriebsmittel (50–1000V AC / 75–1500V DC) gilt.
Vorgehensweise (nach EN ISO 12100): Grenzen der Maschine festlegen: Bestimmung der bestimmungsgemäßen Verwendung und vernünftigerweise vorhersehbarer Fehlanwendung. Gefährdungsidentifizierung: Analyse elektrischer Gefahren (z. B. direkter/indirekter Kontakt, Lichtbögen, Hitze, Funktionsstörung). Risikoeinschätzung & -bewertung: Bestimmung des Risikos basierend auf Schwere des Schadens und Wahrscheinlichkeit des Eintretens (oft unter Anwendung des Performance Levels PLr nach ISO 13849-1). Risikominimierung: Maßnahmen ergreifen (technisch, organisatorisch) – z.B. Einsatz von Schutzkleinspannung, Isolierung, Sicherheitsrelais. Normen: EN 60204-1 (Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen) ist zentral. Dokumentation: Die Ergebnisse müssen in der technischen Dokumentation festgehalten werden. Typische Gefahren: Körperdurchströmung: Direkte Berührung spannungsführender Teile oder indirekt über ein Gehäuse (Fehlerfall). Störlichtbögen: Entstehen durch hohe Kurzschlussströme, verbunden mit Druckwelle und extremer Hitze. Steuerungsversagen: Unvorhergesehene Maschinenbewegungen durch fehlerhafte Logik. Die Durchführung erfordert fundierte Kenntnisse der Sicherheitsstandards und des Standes der Technik.